
Waterkant-Humor 2
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Nikotinentzug
Suna und Antje treffen sich auf dem Wochenmarkt, wie jeden Mittwoch.
Meint Suna:
»So! – mein Hein wird sich jetzt endlich das Rauchen abgewöhnen!«
»Toll«, sagt Antje – da wünsch ich viel Erfolg!
Gehört aber auch ein eiserner Wille dazu!«
»Nu, das kannst aber mal glauben, dass ICH den hab’!«
Radarfalle
Hein: »Mensch, bin ich mit'n Trecker doch voll inne Radarfalle rein!«
Jan: » Und? Hat's geblitzt?«
Hein grinst; »Nee – aber ord'nlich gescheppert!«
Auf der Pirsch
Erich und sein Kompagnon Peter sind gut im Geschäft. Da glauben sie, dass es ihnen gut anstehe, sich eine Jagd zuzulegen, von wegen Status und so.
Sie machen beide den Jagdschein und gehn gemeinsam auf die Pirsch.
Leider ist nich viel los. Als es schon dämmert, sieht Peter, dass sich am Rand der Schonung was Großes bewegt und direkt auf sie zukommt. Sie ergreifen beide die Flucht. Zum Glück trebt das unheimliche Wesen in die andere Richtung ab.
Aber Erich kriegts am Herzen; fasst sich an die Brust und stöhnt. Schließlich fällt er um, bleibt liegen, rührt sich nicht mehr.
In Panik wählt Peter den Notruf auf seinem Händi:
»Polizei Aurich – was kann ich für Sie tun"«
»Peter Kaufmann hier – ich bin mit meinem Kollegen auf der Jagd und jetzt liegt er im Gras und ich glaube, er ist tot oder so!«
»Bleiben Sie auf jeden Fall ruhig!
Und als erstes vergewissern Sie sich erst mal, ob er auch wirklich tot ist!«
Kurze Pause.
Ein lauter Knall ist zu hören.
»Hallo Polizei? – Jau, er IST tot!
UND WAS MACH' ICH JETZT!?!«
Klassentreffen
Der 2000er Jahrgang der Rudolf-Eucken-Schule Aurich trifft sich zum ersten Jubiläum.
Alle sind da und auch viele ehemalige Lehrer sind gekommen.
Die zeigen lebhaftes Interesse daran, wie ihre Schützlinge im Leben vorangekommen sind und man unterhält sich angeregt über Werdegänge und Erfolge.
Sven gerät ins Gespräch mit seinem Mathelehrer. Der ist erstaunt, als er erfährt, das Sven einen Fischgroßhandel hat und ein erfolgreicher Kaufmann ist.
»Mensch, wer hätte das gedacht! Du warst in Mathe ja nicht gerade eine Leuchte.
Wie kommst Du denn mit der Prozentrechnung klar?
War doch immer Deine Achillesferse.«
»Och, locker – kein Problem – is' ja in Wirklichkeit gar nicht so schwer, wie es in der Schule immer dargestelt wurde. Ich kauf' meinen Fisch für 10 Euro das Kilo ein und verkauf' für 15.
Und von den 5 Prozent kann ich bannig gut leben!«
Auf den Hund gekommen
»Jan is von sin' eigen Hund beten worn!«
»Wie dat?«
»He käm nüchter no Hus – do har he him nich erkannt.«
— * —
»Es soll Hunde geben, die sind schlauer als ihr Besitzer.«
»Ja, genau! Ich hab' selbst so einen!«
Erbhof
Altbauer Tiedje und seine Frau finden es an der Zeit, ihren Hof an den ältesten Sohn Frerich abzugeben, wie es in Ostfriesland üblich ist. Der hat sein Handwerk von der Pieke auf gelernt und auch an der Universität moderne Landwirtschaft studiert.
Er brennt darauf, den elterlichen Hof zu modernisieren. Vaddern lässt ihn gewähren, Mudder hat aber ein waches Auge auf alles und jede Veränderung ist ihr suspekt. Sagen tut sie aber nix, außer, wenn sie meint, dass es zu spät ist.
So auch jetzt:
»Frerich, denk' dran, die Trudi muss zum Bullen!«
»Ja, Mutting – weiß ich. Aber das geht heute anders. Die Trudi bleibt im Stall und die Tage kommt der Veterinär – der erledigt das.«
Mutter dreht sich um und geht wortlos weg.
Tage später sagt Frerich: »Mutting, ich hab' einen Termin und muss los. Gegen Mittag kommt der Tierdokter. Zeig du ihm bitte, wo die Trudi steht.«
Mutter hört's – sagt nix.
Um ein Uhr kommt der Veterinär auf den Hof gefahren; ein junger, adretter Mann.
Die Bauersfrau mustert ihn von Kopf bis Fuß, nimmt ihn dann wortlos in Schlepp und marschiert auf den Stall zu.
Als er neben sie tritt sagt sie nur knapp:
»Do steiht die Trudi – und an den Nagel do kunnt je de Büx uphang'n.«
Für Binnenländer:
»Da steht die Trudi – und an dem Nagel da können Sie Ihre Hose aufhängen.«
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Sommer
In der Peesel ist das Thema der vergangene Sommer. »Letztes Jahr hatten wir überhaupt keinen Sommer«, meint Hein.
»Doch, doch – aber sicher!«, sagt Steffen.
Beschwichtigt Jan: »Sachte! Kann Hein doch gar nicht wissen; war er doch just auf‘n Klo!«
Hühnerzucht
Total verregneter Sommer. Die Marschbauern hocken in der Kneipe und saufen ihren Frust weg.
Was soll man machen. Letztes Jahr ist alles vertrocknet. Dies Jahr schwimmt alles weg. Pflanzen kann man nix – das Heu verschimmelt auf den Weiden. Wie soll man da die Kühe durchbringen.
Einzig Bauer Harm sitzt in aller Ruhe bei seinem Bier, hört zu und grient vor sich hin. Irgendwann will auch er was zum Besten geben und meint: »Ihr seid ja selber schuld! — Mir kann das Wetter am Achtersteven . . ! Ich hab’ umgesattelt und zieh’ jetzt Hühner groß. Da kann es von mir aus im Sommer schneien« Sprichts und guckt zufrieden lächelnd vor sich hin.
Tags drauf klingelt bei Harm das Telefon. Kartoffelbauer Jan ist dran:
»Mensch Harm, sach mal – mit deine Hühnerzucht – is da ’n Geheimnis bei oder meinst’ ich kann dat auch?«
»Klar kannst du das! Lass' dir tausend Eintagsküken bringen und zieh' sie groß. Dann vertickst du sie an die Hähnchenbrater.«
Noch am selben Tag bestellt Jan bei der Raiffeisen tausend Küken.
»Ach – willst’ auch Hühnerzucht machen? Ist ne gute Idee! Viel Glück dabei!«
Zwei Wochen vergehen. Jan bestellt weitere tausend Küken. Vierzehn Tage drauf schon wieder.
Meint der Mann bei der Raiffeisen:
»Mensch Jan, deine Hühnergeschichte löpt ja wohl bombig . . .
»Ach wat! Nix löpt! Ich bring die Viecher fürs Verrecken nicht hoch. Keine Ahnung, was ich falsch mach’ – hab’ alles probiert. Bin ratlos:
Setz ich sie zu tief? –
Liegt's am Dünger? –
Setz ich sie zu dicht?“
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Gute Besserung!
Mitten in der Nacht klingelt das Telefon bei Klempner Hinrichs.
Der wartet erst mal ab, und als es nicht aufhört, steigt er aus dem Bett und marschiert zum Telefon im Büro.
»Hinrichs . . .«
»Hier ist Doktor Schaps, Ihr Hausarzt.
Sie müssen sofort kommen,mein Keller steht unter Wasser.«
»Wissen Sie, wie spät das is?!«
»Ja, es ist zwei Uhr. Aber es ist dringend!«
»Nu, das Haus wird ja nich gleich wegschwimmen. Ich komm dann morgen früh gleich vorbei.«
»Nein, das ist ein Notfall! – Wenn Sie in der Nacht Schmerzen haben, komm ich ja auch sofort!«
»Na schön – is 'n Argument. Ich muss mich aber erst mal anzieh'n. inner halben Stunde bin ich da."
»Danke!«
Beim Doktor angekommen, macht der die Kellertür auf und das Wasser steht tatsächlich schon eine Treffenstufe hoch."
»Der Wasserhahn! Der ist undicht!«
»Hmm“ macht der Klempner. »Wird wohl die Dichtung sein«,geht an seine Werkzeugtasche, macht sie auf, holt ein Döschen heraus und entnimmt dieser zwei Dichtungen.
Die wirft er die Treppe hinunter ins Wasser und sagt:
»Wenn's morgen früh nicht besser ist, rufen Sie mich noch mal an.«
Sturm
Sturm ist erst, wenn die Deichschafe keine Locken mehr haben.
Schlechtwetter
Große Sturmflut.
Der Deich ist gebrochen, das Wasser überflutet das flache Land. Man flüchtet sich ins Obergeschoss und guckt aus dem Fenster.
Es strömt und strömt ohne Ende.
Da treibt eine Mütze vorbei.
»Mensch – ist dat nich Hein sin Mütz? –
Dem wird doch nix passiert sein?«
»Ach wat – kennst doch Hein –
Der mäht bei jedem Wetter!«
Am Fehnkanal
Die Ostfriesischen Fehnsiedlungen bestehen oft aus einer kilometerlangen Reihe einzeln stehender Häuser entlang der Chaussee, die dem Fehnkanal folgt.
Irgendwo in der Mitte dieses langen Dorfes findet man eine Kneipe.
Diese Kneipe betritt ein Unbekannter im Blaumann mit Bauhelm und begibt sich an den Thresen.
»Moi’n – ein Bier und ein Doornkaat!«
Schon steht der Klare da und das Pils wird gezapft.
Der Gast kippt den Schnaps – guckt nach dem halbfertigen Bier, schlendert zur Tür, reißt sie auf und brüllt nach draußen: »Dat Grüne nach oben!«
Er kehrt an die Theke zurück, wo das Bier jetzt steht und trinkt es an. Nach einer Weile nimmt er einen weiteren Schluck,
wendet sich wieder der Tür zu und brüllt nach draußen: »Dat Grüne nach oben!«
Worauf er sich wieder zu seinem Getränk begibt und das Glas leert.
»Nochmal dasselbe!«
Wieder kippt er seine Korn und nach einem Blick auf den Bier zapfenden Wirt wendet er sich wieder zur Pforte, um ein weiteres »Dat Grüne nach oben!« vom Stapel zu lassen. Als er zu seinem Bier zurückkehrt, fragt ihn der Wirt, was es mit seiner Ruferei auf sich hat.
»Nix Besonderes – nur so – wir sind vom Gartenbauamt Aurich – wir pflanzen junge Bäume anne Straße.«
Auf dem Deich
Auf dem Deich, nah bei der Treppe, steht eine Bank. Darauf sitzt Erich und döst vor sich hin.
Es ist gerade Flut.
Kommt eine Gruppe von Touris die Treppe rauf und die sehen zum ersten Mal die Nordsee. Grau bis zum Horizont.
Halb zu Erich gewandt meint ein Gast laut: »Meeeensch – ist das alles Wasser?!«
Erich guckt rüber und mein trocken: »Nöö! – Da sind auch noch paar Fische mit bei“«
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